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Taufgeschenk: Wer schenkt was – ohne Doppelungen

20.9.2026

Taufpaten, Großeltern, Gäste und Eltern bringen zur Taufe Verschiedenes mit. Wer was schenkt und wie man sich abspricht, damit sich nichts doppelt.

Taufgeschenk: Wer schenkt was – ohne Doppelungen
Kurze Antwort

Zur Taufe schenkt man etwas zur Erinnerung, keine Verbrauchsware – die Erstausstattung hat die Familie schon zur Geburt bekommen. Das Hauptgeschenk kommt traditionell von Taufpate oder Taufpatin (Schmuck mit Gravur, Taufkerze und Taufkleid), die Großeltern legen etwas von bleibendem Wert oder ein Sparbuch dazu, Gäste bringen eine Kleinigkeit, und die Eltern sorgen für die Erinnerung an den Tag selbst.

Diese Aufteilung nach Rollen ist keine Etikette um der Etikette willen. Sie hat nur eine Aufgabe: Dass vier Menschen, die unabhängig voneinander „etwas zur Erinnerung mit Namen und Datum“ aussuchen, nicht mit vier Varianten desselben Geschenks kommen.

Wegweiser: Taufgeschenke nach Art

Dieser Text ist die Landkarte der ganzen Rubrik. Die Kapitel darunter sind ausführliche Anleitungen zu den einzelnen Geschenkarten – hier erfahren Sie, welches zu wem passt und wie man sie kombiniert, damit sich nichts doppelt.

Warum man zur Taufe etwas anderes schenkt als zur Geburt

Zwischen Spital und Taufe vergehen in den meisten Familien einige Monate. In dieser Zeit ist der Kasten voller Strampler in drei Größen gleichzeitig, dazu ein Berg Kuscheltiere, von denen das Kind genau eines akzeptiert. Die Taufe zielt woanders hin: Es ist die Feier, bei der das Kind vor der Gemeinde seinen Namen bekommt und zwei Erwachsene eine Rolle übernehmen, die sie jahrelang ausfüllen werden. Das Geschenk entspricht dem – es trägt Namen und Datum und soll halten.

Praktisches ist damit nicht verboten, es rückt nur von der Rolle des Hauptgeschenks in die der Kleinigkeit von den Gästen. Der Unterschied ist einfach: Das Hauptgeschenk kann man in zehn Jahren in die Hand nehmen und herzeigen, ein Verbrauchsgeschenk ist bis dahin aufgegessen, durchgekrabbelt oder zu klein geworden. Was eine Familie üblicherweise gleich nach der Geburt bekommt, steht im Artikel Babygeschenke zur Geburt – was dort schon abgehakt ist, kaufen Sie zur Taufe nicht noch einmal.

Bei Erinnerungsgeschenken entscheidet nur eines: ob darin etwas steckt, das es nur jetzt gibt. Eine Gravur mit dem Taufdatum, ein Handabdruck in einer Größe, die das Kind nie wieder haben wird, eine halbe Stunde mit dem Fotografen vor der Kirche oder ein Buch, in dem das Kind der Held ist, mit 12 illustrierten Doppelseiten mit seinem Namen. Ein Allerweltsgeschenk aus dem Kaufhaus hat das nicht und ist durch alles andere ersetzbar.

Wer schenkt was: die Rollen im Überblick

Lesen Sie die Tabelle als Aufteilung von Rollen, nicht als Einkaufsliste. Wenn die Rollen vorab verteilt sind, entsteht beim Rest der Auswahl kein Doppelgeschenk mehr.

RolleWas erwartet wirdWas man vermeiden sollte
ElternEin Andenken an den Tag selbst – Fotograf, Album, Buch, Abdruck. Das Kind hat es für immer von ihnen.Sich das Geschenk selbst kaufen, statt es jemandem aus der Familie zu überlassen.
Taufpate, TaufpatinSchmuck mit Gravur, Taufkerze und Taufkleid, eventuell ein erster angesparter Betrag.Spielzeug. Das Patengeschenk soll das Kinderzimmer überdauern, nicht füllen.
GroßelternBleibender Wert: Sparbuch, Schmuck oder eine Uhr, aufbewahrt bis zur Volljährigkeit, ein Erinnerungsbuch.Möbel, Kinderwagen und Laufräder ohne Absprache – die haben die Eltern meist längst ausgesucht.
GeschwisterEine Kleinigkeit, die sie selbst aussuchen: eine Zeichnung, ein Kuscheltier, eine eigenhändig geschriebene Widmung.Ein von den Eltern ausgesuchtes Geschenk, zu dem das Geschwisterkind nichts beigetragen hat.
GästeEtwas Praktisches eine Größe voraus, ein Buch oder ein Kuvert mit einer Notiz, wofür es gedacht ist.Schmuck mit Namen – der gehört zur Patenrolle und doppelt sich von allen Geschenken am leichtesten.

Taufpate: ein Geschenk mit Namen und Datum

Das Patenamt erkauft man sich nicht mit einem Geschenk, aber es ist die einzige Rolle, bei der ein Geschenk fast automatisch erwartet wird. Die Rolle selbst hat dabei Regeln: Nach katholischem Kirchenrecht kann Taufpate oder Taufpatin werden, wer getauft und gefirmt ist, das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, nicht Vater oder Mutter des Kindes ist und selbst ein Leben aus dem Glauben führt, den er dem Kind weitergeben helfen soll. Für das Geschenk gibt es keine Vorschriften – aber gerade aus dieser Rolle ergibt sich, was passt.

Der liturgische Teil. In vielen Pfarren bringt der Pate die Taufkerze mit, die bei der Feier an der Osterkerze entzündet wird, dazu das weiße Taufkleid. Beides ist Brauch, keine Pflicht: Mancherorts besorgen es die Eltern, anderswo die Pfarre selbst. Eine Frage an den Pfarrer oder die Eltern klärt das vorab und erspart eine zweite Kerze.

Der bleibende Teil. Schmuck mit Gravur (Kreuzerl, Medaillon, Armband), eine Uhr, die bis zur Volljährigkeit aufgehoben wird, ein Betrag auf einem Sparbuch, das die Eltern führen, oder ein Erinnerungsgeschenk mit dem Namen des Kindes. Beim Schmuck lohnt sich eine Gravur auf der Rückseite mit dem Taufdatum statt nur einer Initiale – und die Überlegung, dass das Kind ihn erst viele Jahre später tragen wird. Welches Metall sich eignet und was auf eine kleine Fläche passt, beschreibt Schmuck mit Namen und Datum.

Großeltern: ein Geschenk für jetzt, eines fürs Erwachsensein

Bei den Großeltern vermischen sich am häufigsten zwei verschiedene Dinge, und es lohnt sich, sie zu trennen. Das eine ist ein Geschenk, das das Kind sofort in Händen hält – ein Andenken, das die Eltern fotografieren und aufbewahren. Das andere ist ein Geschenk, das das Kind erst als Erwachsener zu Gesicht bekommt: ein von den Eltern angelegtes Sparbuch, Schmuck oder eine Uhr, weggelegt in eine Schachtel.

Das Geschenk fürs Erwachsensein hat eine Bedingung, die gern vergessen wird: Jemand muss es finden und wissen, was es ist. Ein Sparbuch ohne Zettel im Ordner der Eltern und eine Schachtel ohne Erklärung, von wem und wofür, gehen in zwanzig Jahren entweder verloren oder niemand misst ihnen eine Bedeutung bei. Deshalb gehört zu so einem Geschenk ein geschriebener Brief – wann er entstand, zu welchem Anlass und was sich die Schenkenden in diesem Moment gewünscht haben. Wie man ihn verfasst und wo man ihn aufbewahrt, steht im Artikel Brief an die Zukunft und Zeitkapsel.

Eine letzte Sache, die Großeltern oft beschäftigt: große Geschenke wie Kinderwagen, Gitterbett oder Kindersitz. Zur Taufe passen sie nicht aus Etikettegründen, sondern weil die Eltern so etwas meist schon haben oder nach Kriterien aussuchen, von denen die Schenkenden nichts wissen. Hier ist eine Frage vorab Pflicht, auch wenn das Geschenk dadurch die Überraschung verliert.

Gäste: eine Kleinigkeit, die den Eltern wirklich hilft

Gäste haben die kleinste Rolle und zugleich das geringste Risiko danebenzugreifen – solange sie bei Dingen bleiben, die sich nicht bis zur Unbrauchbarkeit doppeln.

  • Ein Kuvert mit einer Notiz, wofür es ist
    Geld ist nicht unpersönlich, sobald Sie eine Absicht dazuschreiben: für den Fotografen, fürs Sparbuch, für den ersten Ausflug. Eltern können es fast immer besser brauchen als ein weiteres Ding für den Kasten.
  • Kleidung eine Größe voraus
    Der häufigste Fehler von Gästen ist die Größe, die das Kind gerade trägt. Kaufen Sie, worin es im nächsten Frühjahr oder Herbst hineinwächst, und lassen Sie das Etikett dran, damit man umtauschen kann.
  • Ein Buch zum Vorlesen
    Ein Pappbilderbuch oder eine Gutenachtgeschichte funktioniert auch bei einem Kind, das an Büchern vorerst nur die Ecken anknabbert. Eine Widmung auf dem Schmutztitel macht daraus ein Andenken – Anregungen finden Sie unter Widmung ins Buch.
  • Etwas für die Eltern, nicht fürs Kind
    Sie richten die Tauffeier aus und sind danach meist erschöpft. Essen für zu Hause, ein Gutschein fürs Kaffeehaus oder das Angebot, einen Abend aufs Kind aufzupassen, ist ein Geschenk, über das man nicht spricht und an das man sich am längsten erinnert.
  • Nichts mit Namen und Datum
    Personalisierte Geschenke überschneiden sich am häufigsten, und genau die beanspruchen Taufpaten und Großeltern für sich. Als Gast lassen Sie besser die Finger davon, sofern es nicht ausdrücklich abgesprochen ist.

So sprechen Sie sich ab, damit sich nichts doppelt

Absprache klingt nach überflüssiger Formalität – bis drei Medaillons mit demselben Datum auf dem Tisch liegen. Sie kostet eine einzige Nachricht.

  1. 1
    Die Eltern fangen an, nicht die Gäste
    Ohne ihre Vorgabe fragt jeder einzeln, zu spät und nur die, die er kennt. Außerdem gibt es den Eltern die Gelegenheit zu sagen, was sie sich nicht wünschen.
  2. 2
    Aufschreiben, was schon da ist
    Gehen Sie Kasten und Regal durch: Kleidergrößen, Schmuck von der Oma, das Album, das jemand zur Geburt geschenkt hat. Eine Liste des Vorhandenen ist nützlicher als eine Wunschliste.
  3. 3
    Rollen verteilen, nicht einzelne Stücke
    Den Paten Schmuck und den liturgischen Teil, den Großeltern den bleibenden Wert, den Gästen eine Kleinigkeit. Die Rolle lässt den Schenkenden die freie Wahl und schließt trotzdem aus, dass dasselbe zweimal kommt.
  4. 4
    Alles in einer Nachricht mit der Einladung schicken
    Eine Nachricht in die Gruppe erledigt mehr als fünf Telefonate und bringt niemanden in Verlegenheit, weil alle sie gleich bekommen.
  5. 5
    Ein Feld frei lassen
    Wer nicht fragen will, braucht eine Ausweichmöglichkeit: Kuvert, Buch oder Fotos von der Taufe sind Geschenke, die sich nicht bis zur Unbrauchbarkeit doppeln.
  6. 6
    Während der Feier notieren, wer was geschenkt hat
    Eine Notiz im Handy ist die Grundlage für den Dank und in ein paar Jahren der einzige Ort, an dem sich nachlesen lässt, von wem der Schmuck eigentlich ist.

Was auf die Karte zur Taufe kommt

Die Karte entscheidet, ob das Geschenk ein Ding ist oder ein Andenken. Die folgenden Formulierungen sind zum Abschreiben gedacht – Namen und Datum ergänzen Sie selbst. Für die Schreibung von Namen und Anreden gilt in Österreich das Österreichische Wörterbuch.

Vom Taufpaten oder von der Taufpatin
„Heute habe ich versprochen, für dich da zu sein. Das ist das Erste, was ich zu diesem Versprechen dazulege – und wenn du alt genug bist, erzähle ich dir, was mir dieser Tag bedeutet hat.“
Von den Großeltern zum Geschenk fürs Erwachsensein
„Heute haben wir dich vor der ganzen Kirche im Arm gehalten. Öffne diese Schachtel, wenn du erwachsen bist – wir haben dir ein Stück von einem Tag hineingelegt, an den du dich nicht erinnern wirst.“
Von Gästen, die die Familie kaum kennen
„Wir wünschen Ihnen einen Tag ohne Regen und einen Abend ohne Tränen. Und Anna, dass immer so viele Menschen um sie sind wie heute.“
Ins Buch, auf den Schmutztitel
„Dein erstes Buch. Wir haben es dir vorgelesen, bevor du zuhören konntest, und wir lesen weiter, bis du es selbst liest. Zur Taufe, von Tante Maria.“
Zum Kuvert mit Geld
„Wir wussten nicht, was Ihnen noch fehlt, darum ist das hier für die Fotos von heute. Lassen Sie mehr davon ausdrucken, als in ein Album passen.“

Was Sie zur Taufe besser vermeiden

Die häufigsten Fehlgriffe sind nicht teuer, nur unnötig – und alle drei lassen sich mit einer Frage vorab abfangen.

Schmuck, den das Kind gleich tragen soll. Ein Kettchen fürs Baby ist ein Geschenk für die Schachtel, nicht für den Hals: Lose Bänder, Ketten und Perlen bedeuten bei einem schlafenden oder krabbelnden Kind die Gefahr des Strangulierens und Verschluckens, und die Eltern nehmen sie ohnehin ab. Die Gravur mit dem Datum verliert dadurch nichts, die Übergabe verschiebt sich nur auf den Zeitpunkt, an dem das Kind sie versteht.

Kleidung in der aktuellen Größe. Das häufigste Geschenk von Gästen und das häufigste Stück, das samt Etikett im Umtauschsackerl landet. Eine Größe voraus kostet gleich viel und wird getragen.

Religiöse Gegenstände ohne Absprache. Bei einer Familie, die die Taufe vor allem als Familienfest feiert, geht ein Heiligenbild oder ein Rosenkranz am Ziel vorbei; bei einer praktizierenden Familie ist so etwas willkommen, aber gerade dort kommen leicht drei gleiche zusammen. Fragen ist nicht taktlos, raten schon.

Und noch etwas, das nicht nach Fehler aussieht: ein Geschenk, in letzter Minute gekauft, nur weil „man ja etwas mitbringen muss“. Der Tauftermin richtet sich oft nach freien Terminen in der Pfarre und steht manchmal erst wenige Tage vorher fest. Trotzdem geht sich ein Geschenk mit Namen aus – ein persönliches digitales Buch ist meist innerhalb von 15 fertig, entsteht also auch noch am Tag vor der Taufe, und in Familien, in denen schon ein Kind ein solches Buch hat, wird es zur Fortsetzung einer Reihe. Alles davon ist besser als das vierte Kuscheltier.

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Häufige Fragen

Was Eltern uns fragen.

Häufigste Fragen

Formal das Kind, praktisch verwalten es einige Jahre die Eltern. Daraus folgt die Aufteilung: Ein Erinnerungsgeschenk gehört dem Kind und sollte Namen und Datum tragen, etwas Praktisches oder ein Kuvert ist eine Hilfe für die Eltern. Schwierig wird es nur, wenn ein praktisches Geschenk sich als Andenken ausgibt – oder umgekehrt.