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Taufkerze und Taufkleid: aufbewahren nach der Taufe

29.9.2026 · Das Buchheld-Team

Was nach der Taufe mit Kerze und Taufkleid passiert: wann die Kerze wieder brennt, wie man das Kleid wäscht und alles sicher übersiedelt.

Taufkerze und Taufkleid: aufbewahren nach der Taufe
Kurze Antwort

Taufkerze und Taufkleid (in vielen Pfarren auch nur ein weißes Tuch oder ein Taufschal) nehmen Sie nach der Feier mit nach Hause – sie gehören dem Kind, sofern die Pfarre sie nicht bloß geliehen hat. Die Kerze heben Sie für den Tauftag und die Erstkommunion auf, das Kleid für die Taufe eines Geschwisterkinds oder als Andenken. Damit beides Jahrzehnte und jede Übersiedlung übersteht, braucht die Kerze vor allem Kühle und eine feste Hülle, der Stoff eine Wäsche gegen Ölflecken, säurefreies Papier und kein Plastiksackerl.

Warum man Kerze und Taufkleid aufbewahrt

Beides gehört zur Feier, es ist keine Dekoration. Das weiße Kleid zeigt, dass der oder die Getaufte „Christus angezogen“ hat, und die an der Osterkerze entzündete Kerze, dass Christus den Menschen erleuchtet – so erklärt es der Katechismus der Katholischen Kirche in Nummer 1243. Das Licht übernehmen Eltern, Taufpatin und Taufpate mit dem Auftrag, es zu hüten, bis das Kind das selbst kann. Deshalb kommt die Kerze immer dann wieder zum Einsatz, wenn das Kind sein Taufversprechen erneuert.

Daraus folgt auch etwas ganz Praktisches: Gesegnete Dinge wirft man nicht in den Mistkübel. Sind Kerze oder Kleid eines Tages wirklich kaputt, verbrennt man sie traditionell oder bringt sie in die Pfarre. Bis dahin behandeln Sie beides am besten wie ein Familiendokument – mit einem fixen Platz, einer Beschriftung und jemandem, der weiß, wo es liegt.

Taufkleid, Taufschal oder Tuch: Was haben Sie eigentlich?

Hinter dem Wort Taufkleid stecken in der Praxis drei verschiedene Dinge. Häufig ist es ein weißes Tauftuch oder ein Schal, den Priester oder Pate dem Kind auf die Brust legen. Manchmal bekommt das Kind ein ganzes Taufkleid oder Taufgewand, anderswo nur einen weißen Kragen oder eine Stola. Alles hat dieselbe Bedeutung und braucht dieselbe Pflege.

Fragen Sie, bevor Sie die Kirche verlassen, den Pfarrer oder den Mesner, ob das Tuch Ihnen gehört. Manche Pfarren verleihen Tücher und Kerzen und rechnen damit, dass sie zurückkommen – im Nachhinein lässt sich das schwer klären. Gehört es Ihnen, kann es an jüngere Geschwister oder Cousins und Cousinen weitergehen. Familien, die das machen, sticken mit feinem Faden innen in den Saum die Initialen und das Jahr jedes Kindes, das darin getauft wurde; nach dreißig Jahren ist das der wertvollste Teil des ganzen Stoffes.

Wann man die Taufkerze wieder anzündet

Die Taufkerze brennt nicht zum Abendessen, sondern zu Anlässen, die an die Taufe anknüpfen. Und immer nur kurz, damit sie bis ins Erwachsenenalter reicht.

  • Tauftag
    Viele Familien zünden sie für ein paar Minuten am Tisch oder beim Abendgebet an und erzählen dem Kind dabei, wer bei der Taufe war und was an dem Tag los war. Bei kleinen Kindern funktioniert das oft besser als eine Geburtstagsfeier – es ist kurz und hat ein klares Bild.
  • Erstkommunion
    Viele Pfarren möchten, dass die Kinder ihre Taufkerze mitbringen – bei der Feier erneuern sie das Taufversprechen. Prüfen Sie die Kerze also ein paar Wochen vorher, nicht erst am Morgen des Festes. Was man zu diesem Anlass schenkt und schreibt, finden Sie im Artikel Erstkommunion: Geschenke, Sprüche und Widmungen.
  • Firmung und Hochzeit
    Manche nehmen sie auch zur Firmung oder zur Hochzeit mit. Das entscheiden dann die Jugendlichen oder Erwachsenen selbst – und dafür muss von der Kerze noch etwas übrig sein.
  • So brennt sie, ohne zu schwinden
    Stellen Sie sie auf einen Unterteller, denn vom Schmuck tropft farbiges Wachs. Lassen Sie sie nur ein paar Minuten brennen, kürzen Sie danach den Docht und lassen Sie sie nie unter die Höhe der Verzierung mit Namen und Datum herunterbrennen.

Kerze und Taufkleid: Was schadet, wie lagern

Den beiden setzt Unterschiedliches zu. Die Kerze fürchtet Wärme, der Stoff Licht, Feuchtigkeit und scharfe Falten.

TaufkerzeTaufkleid und Tauftuch
Größter FeindWärme – das Wachs wird weich und die Kerze verbiegt sich, lange bevor sie schmilztFlecken von Öl und Milch, die nach Jahren gelb werden
LichtFarbiger Schmuck und Aufdruck bleichen ausWeißer Stoff vergilbt, die Fasern werden schwach, vor allem Seide
VerpackungFeste Röhre oder Schachtel, innen säurefreies PapierBaumwollhülle oder Schachtel, mit säurefreiem Seidenpapier ausgelegt
VermeidenFrischhaltefolie direkt auf dem Schmuck – Wachsverzierungen kleben daran festPlastiksackerl, Weichspüler, Stärke und Stecknadeln
Wo zu HauseKasten in einem Wohnraum, liegend oder stehend in einer HülleKasten in einem Wohnraum, nie Dachboden oder Keller
Wie oft kontrollierenAlle paar Jahre; ein weißer Belag auf Bienenwachs ist normal und lässt sich mit einem trockenen Tuch wegpolierenEinmal im Jahr herausnehmen und anders falten, damit der Stoff nicht immer an derselben Stelle bricht

Gleich nach der Taufe: fünf Dinge vor der Schachtel

  1. 1
    Klären, was Ihnen gehört
    Tuch und Kerze können der Pfarre gehören. Was zurückgeht, gleich zurückgeben, was Ihnen gehört, mitnehmen.
  2. 2
    Das Taufkleid innerhalb einer Woche waschen
    Auf den Stoff kommt oft Chrisam, das Öl, mit dem der Priester das Kind am Scheitel salbt, dazu Milch oder Speichel. Frisch geht das leicht heraus, nach zehn Jahren ist es ein gelber Fleck. Lauwarmes Wasser, mildes Waschmittel, kein Bleichmittel und kein Weichspüler, liegend trocknen und dann vollständig nachtrocknen lassen.
  3. 3
    Kerze auskühlen lassen und säubern
    Docht kürzen, den Ruß rundherum mit einer trockenen Papierserviette abwischen und erst am nächsten Tag einpacken, wenn das Wachs durch und durch hart ist.
  4. 4
    Einen Zettel schreiben
    Datum, Kirche, wer getauft hat, wer Taufpatin oder Taufpate war, wer die Kerze verziert hat. In zwanzig Jahren weiß das niemand mehr auswendig. Eine Vorlage finden Sie weiter unten.
  5. 5
    Beides fotografieren
    Kerze und Tuch einzeln, vor neutralem Hintergrund. Geht bei einer Übersiedlung etwas verloren, bleibt wenigstens das Bild – und das Foto passt auch ins Album oder ins Fotobuch vom ersten Jahr.

Kerze und Taufkleid sicher übersiedeln

Die meisten Taufkerzen gehen nicht im Kasten kaputt, sondern beim Übersiedeln: im aufgeheizten Transporter, unter einem Stapel Bücher oder in einem Karton, den jahrelang niemand auspackt.

  1. 1
    Kerze in eine feste Hülle
    In säurefreies Papier wickeln, darüber Luftpolsterfolie, und in eine Posterrolle oder einen Weinflaschenkarton stecken. Zwischenräume ausstopfen, damit nichts rutscht – brechen tut vor allem die Kerze, die an die Wand stoßen kann.
  2. 2
    Das Tuch rollen, nicht falten
    Auf eine Papierrolle wickeln oder jede Falte mit Seidenpapier auslegen und in einen Polsterüberzug aus Baumwolle geben.
  3. 3
    Beides in eine kleine Schachtel
    Deutlich beschriften: „Taufandenken – verträgt keine Hitze, nehmen wir selbst mit“. Eine kleine Schachtel geht zwischen hundert gleichen Kartons nicht unter.
  4. 4
    Selbst transportieren, nicht im Laderaum
    Der Laderaum eines Transporters oder ein Auto in der Sonne heizt sich im Sommer so auf, dass sich die Kerze verbiegt. Nehmen Sie die Schachtel ins Fahrerhaus oder in das Auto, in dem Sie selbst fahren.
  5. 5
    Innerhalb einer Woche auspacken
    In einer neuen Wohnung ist es die ersten Wochen oft feucht, und Kartons stehen am Boden. Kerze und Tuch kontrollieren, den Stoff auslüften lassen und beides gleich an den neuen Platz legen.

Eine Schachtel für alle Andenken der ersten Jahre

Kerze und Taufkleid gehen vor allem dann verloren, wenn jedes Stück woanders liegt. Bewährt hat sich eine feste Schachtel im Wohnbereich, in die auch eine Kopie des Taufscheins gehört (das Original liegt bei den Dokumenten, und geht es verloren, stellt die Pfarre es aus dem Taufbuch neu aus), Fotos von der Taufe, Geschenke von Taufpatin und Taufpate – was man da üblicherweise schenkt, steht im Artikel Taufgeschenke: Wer schenkt was, ohne doppelt zu schenken – und vielleicht auch ein Hand- und Fußabdruck.

Die Schachtel geben Sie eines Tages an Ihr Kind weiter – beim Auszug, zur Firmung oder zur Hochzeit. Am besten mit dem Zettel und ein paar Sätzen über diesen Tag. Eine Kerze ohne Geschichte ist nur verziertes Wachs; mit Zettel ist sie ein Stück Familiengeschichte.

Zettel für die Schachtel mit den Taufandenken

Abschreiben und ergänzen. Der erste Zettel ist eine sachliche Notiz, der zweite eine kurze Nachricht, die das Kind liest, wenn es die Schachtel bekommt.

Notiz
Taufkerze und Taufkleid – [Name], getauft am [Datum] in der Kirche [Name] in [Ort]. Getauft von [Name des Priesters]. Taufpatin/Taufpate: [Namen]. Kerze verziert von [wem]. In diesem Taufkleid wurden auch getauft: [Name, Jahr].
Nachricht an das Kind
Diese Kerze haben wir am Tag deiner Taufe an der Osterkerze für dich angezündet. Du hast nur ganz kurz geweint und bist dann im Arm deiner Taufpatin eingeschlafen. Wir haben sie für dich aufgehoben – jetzt gehört sie dir.

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Ja, dafür ist sie da. Man zündet sie am Tauftag oder zur Erstkommunion an, immer nur für ein paar Minuten, damit sie bis ins Erwachsenenalter reicht.