Texte zur Erstkommunion: von Eltern und Taufpaten
5.10.2026
Fertige Texte zur Erstkommunion von Eltern, Taufpaten und Großeltern – und wie Sie sie dem Alter des Kindes anpassen, damit es sie selbst lesen kann.

Ein guter Text zur Erstkommunion hat drei Teile: die Anrede des Kindes mit seinem Namen, einen Satz darüber, was dieser Tag bedeutet (die Begegnung mit Jesus, nicht allgemein „der große Tag“), und einen Wunsch, der sich daraus ergibt, wer schreibt – die Eltern segnen, der Taufpate verspricht Begleitung, die Oma erinnert sich. Länge und Wortwahl richten Sie nach dem Alter: Ein Kind in der Volksschule soll den Text selbst lesen können, also genügen zwei kurze Sätze; ein älteres Kind verträgt auch einen Bibelvers.
Wer schreibt was: Eltern, Taufpaten und Großeltern
Der häufigste Fehler: Alle schreiben dasselbe – „Gott möge dich begleiten“ – und das Kind hat danach fünf gleiche Karten zu Hause. Es hilft, wenn jede und jeder das nimmt, was zur eigenen Rolle gehört.
Die Eltern erzählen vom Weg, den sie mit dem Kind gegangen sind: die Taufe, das Abendgebet, die Vorbereitung im Religionsunterricht und in der Pfarre. Ihr Text ist der persönlichste und darf ruhig der längste sein.
Taufpatin oder Taufpate haben bei der Taufe versprochen, das Kind im Glauben zu begleiten. Die Erstkommunion ist der erste große Moment, in dem sich dieses Versprechen in Erinnerung rufen – und erneuern – lässt: „Ich bin immer noch da.“
Die Großeltern haben als Einzige den Vergleich über die Zeit. Sie können schreiben, wie sie selbst zur Erstkommunion gegangen sind oder wie sie das Kind zur Taufe getragen haben. Genau so ein Satz ist in zwanzig Jahren das, was das Kind auf der Karte am liebsten liest.
Geschwistern und Freunden genügt ein Satz – am besten handgeschrieben, auch mit Rechtschreibfehlern.
Texte von den Eltern
Texte von Taufpaten
Texte von den Großeltern
Wie Sie den Text an das Alter anpassen
| Alter | Was das Kind kann | Wie schreiben |
|---|---|---|
| 7–8 Jahre | Liest selbst, aber langsam; Schreibschrift entziffert es mühsam | Zwei bis drei kurze Sätze, in Druckschrift oder sehr sauber. Anrede mit Namen, ein Wunsch, Unterschrift. Ohne Zitate. |
| 9–10 Jahre | Liest flüssig, versteht Bilder wie „Brot des Lebens“ | Sie können einen kurzen Bibelvers ergänzen und einen Satz dazu, was der Tag bedeutet. Fünf Sätze reichen weiterhin. |
| Ab 11 Jahren | Spürt den Unterschied zwischen Floskel und persönlichem Wort | Weniger fromme Wendungen, mehr Persönliches: was Sie am Kind schätzen, was Sie ihm für die Jahre wünschen, in denen sein Glaube vielleicht auf die Probe gestellt wird. |
| Jugendliche oder Erwachsene | Geht aus eigener Entscheidung zur Kommunion | Würdigen Sie diese Entscheidung. Schreiben Sie wie an einen Erwachsenen: „Ich schätze sehr, dass du dich selbst dafür entschieden hast.“ |
Bibelverse und kurze Zitate, die passen
- „Ich bin das Brot des Lebens.“ (Joh 6,35)Die häufigste Wahl – bezieht sich direkt auf die Eucharistie und ist kurz, passt also auch auf ein Andenkenbild oder in ein Buch.
- „Lasst die Kinder zu mir kommen.“ (Mt 19,14)Passt für die Jüngsten und für Texte von den Großeltern.
- „Der Herr segne dich und behüte dich.“ (Num 6,24)Der aaronitische Segen; gut dort, wo Sie statt eines eigenen Wunsches eine kurze Formel möchten.
- „Ich bin mit euch alle Tage.“ (Mt 28,20)Für Taufpaten, die daran erinnern wollen, dass das Kind auf seinem Glaubensweg nicht allein ist.
Floskeln, die nichts sagen, und was stattdessen
- „Ich wünsche dir einen schönen großen Tag“So gratuliert man auch zum Geburtstag oder zum Zeugnis. Ersetzen Sie das durch etwas Konkretes: „Heute empfängst du zum ersten Mal Jesus.“
- „Gott möge dich begleiten“ ohne alles andereFür sich allein ist das eine Formel, die das Kind von allen bekommt. Fügen Sie etwas Eigenes hinzu: „…und ich bin da, wenn du mich brauchst.“
- Lange Predigten über den GlaubenEin achtjähriges Kind mag keinen Absatz über den Sinn der Sakramente lesen. Ein Satz, den es versteht, ist mehr wert als zehn, die es überspringt.
- Fehlende Unterschrift und fehlendes Datum„Von uns“ sagt in zwanzig Jahren niemandem mehr etwas. Schreiben Sie den vollen Namen oder die Rolle (Taufpate Peter) und das Datum dazu.
Den eigenen Text in fünf Minuten schreiben
- 1Das Kind mit Namen ansprechenNicht „Liebes Kind“, sondern so, wie Sie es zu Hause nennen – „Liebe Anna“, „Servus, Jakob“.
- 2Einen Satz darüber schreiben, was heute passiertKonkret: „Heute empfängst du zum ersten Mal Jesus“ sagt mehr als „dein großer Tag“.
- 3Etwas ergänzen, das nur Ihre Rolle schreiben kannDie Eltern erinnern an die Taufe, der Taufpate an sein Versprechen, die Oma an ihre eigene Erstkommunion.
- 4Mit einem Wunsch für die Zukunft schließenEin Wunsch genügt. Fünf Wünsche hintereinander verschwimmen zu einem.
- 5Unterschreiben und das Datum dazuschreibenIn zwanzig Jahren sind Datum und Name der Kirche genau das, wonach das Kind suchen wird. Das vergisst fast jeder.
Wohin mit dem Text, damit er nicht verloren geht
Die Glückwunschkarte verschwindet nach dem Fest oft im Karton mit dem Geschenkpapier. Ein Text, der bleiben soll, gehört dorthin, wohin das Kind immer wieder zurückkehrt: auf das Vorsatzblatt der Kinderbibel oder des Gebetbuchs, auf die Rückseite des Andenkenbildes der Pfarre, ins Fotoalbum von diesem Tag. Mehr darüber, wie man eine Widmung direkt ins Buch schreibt, lesen Sie im Artikel Widmung ins Buch: was schreiben, Texte zum Abschreiben und häufige Fehler.
Wenn Sie dem Kind ein persönliches Buch schenken, in dem es selbst die Hauptfigur der Geschichte ist, wird die Widmung am Anfang schon beim Gestalten geschrieben – die Texte oben lassen sich unverändert übernehmen. Das fertige E-Book ist meist innerhalb von 15 Minuten da, lässt sich also auch in letzter Minute vorbereiten; das gedruckte Buch kommt nach etwa 5 Werktagen – damit sollten Sie rechtzeitig planen. Ideen für die Geschenke selbst und die Bräuche rund um den ganzen Tag fasst der Artikel Erstkommunion: Geschenke, Texte und Widmungen zusammen; was mit Taufkerze und Taufkleid geschieht, die zur Erstkommunion manchmal wieder hervorgeholt werden, beschreibt der Text Taufkerze und Taufkleid nach der Feier.
Quellen
- Katechismus der Katholischen Kirche (vatican.va) — Der Teil über die Eucharistie und die Erstkommunion.
- Codex des kanonischen Rechtes (vatican.va) — Die Kanones zur Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion.